Internes Ausbilsdungskonzept
zum JAM Teamer

In den letzten Jahren erlebte die Jugendarbeit in Möhlin einen enormen Strukturwandel. Die Stellenprozente der Jugendarbeiter wurden sukzessive erhöht, neben einem Präsident der weiterhin ehrenamtlich dem Verein vorsteht wurde der Posten des Geschäftsführers geschaffen, um den neuen Herausforderungen gerecht zu werden. Die Professionalisierung der Jugendarbeit Möhlin fand ihren vorläufigen Höhepunkt im Bezug des neuen Jugendhauses an der Batastrasse. Ebenso verändert sich die Anzahl der Jugendlichen, die bald im JAM -Team arbeiten werden. Aus drei JAM – Teamern werden wohl bald sieben.

Dies hat unter anderem mit dem Generationenwechsel im JAM – Team aber auch mit dem „Erwachsen werden“ der ehemaligen Si-Teamer zu tun. Ehemalige Si-Teamer wollen zu JAM – Teamer werden, JAM – Teamer verlassen uns weil sie, inzwischen vom Elternhaus abgelöst, örtlich unabhängiger in die grosse Stadt gehen.  Dies stellt alle Beteiligten vor Herausforderungen, die es zu meistern gilt. Um diesem neuen Umstand, inmitten einer organisch gewachsenen und veränderten Jugendarbeit mit neuen Anforderungen, gerecht zu werden, beschlossen wir ein Ausbildungskonzept auf den Weg zu bringen, um die Jugendlichen administrativ für den Jugi Alltag fit zu machen. Letztendlich aber auch um ihnen die „ JAM-DNA“ einzupflanzen, eben jene Werte die uns als Verein zu dem gemacht haben, was wir heute sind. Dazu gehören die Prinzipien der offenen Jugendarbeit aber vor allem die praktische Adaption der Prinzipien auf die lokalen Strukturen.

Diesen Anforderungen sollte das Ausbildungskonzept gerecht werden. Rahmendaten und Ausbildungsinhalte mussten definiert und die Länge sowie die Betreuung während der Ausbildung festgelegt werden. Am Ende unserer Überlegungen waren wir uns einig die einjährige Ausbildungszeit in drei Module zu gliedern, in denen jeweils verschiedene administrative aber auch methodischer Anforderungen an die Jugendlichen gestellt werden. Die Module sollen hierbei aufeinander aufbauen. Während der Ausbildungszeit werden die ehemaligen Si-Teamer von Jugendarbeitern und JAM-Teamern begleitet und betreut. Ziele werden gemeinsam mit den Jugendlichen festgelegt und am Ende des Moduls zusammen ausgewertet.

Am Ende profitieren alle davon. Die Jugendarbeit, die ihren Nachwuchs selbst ausbildet und so die Kultur der lokalen Jugendarbeit an die nächste Generation weitergibt. Die Gemeinde, weil Jugendliche Einblick in das lokale Netzwerk erhalten und lernen, wie man in einer politischen Gemeinde agiert und partizipiert; Letztendlich die Jugendlichen selbst, die neben dem beschriebenen Einblick in die Gemeindearbeit, soziale und basisdemokratische Kompetenzen wie Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, sowie das Agieren in einer grösseren Gruppe lernen. Dies sind alles Eigenschaften, die unsere Jugendlichen, die meist an der Schwelle von der Schule zum Beruf stehen, in einem geschützteren Rahmen erproben können, als dies in der Privatwirtschaft möglich wäre. Somit erfüllen wir einer der vielen Aufträge, die an die heutige Jugendarbeit gestellt werden.

Wir als JAM profitieren sehr von diesem neu erschaffenen Modell. Die Jugendlichen ermöglichen uns noch näher an ihren Lebenswelten zu sein. Sie erfüllen eine Gatekeeper Funktion gegen unseren anderen Jugendlichen. Gibt es mal Stress im JAM oder Probleme treten auf, können sie uns Zusammenhänge und Lösungsvorschläge offerieren, weil sie grösstenteils selbst aus der Peergroup stammen und die Beteiligten meist besser kennen als wir Jugendarbeiter. Die Beziehungsarbeit, die sie leisten, ist daher unersetzbar.

Unser Ausbildungskonzept startete in seiner Umsetzung im Herbst 2017. Schon jetzt lassen sich erste Erfolge erkennen. Alle Jugendlichen im Ausbildungsprogramm haben sich gegenüber ihrer Zeit im Si-Team weiter entwickelt und übernehmen nun mehr Verantwortung. Diese Entwicklung alleine auf das Ausbildungskonzept zurück zu führen wäre vermessen, aber wir hoffen, dass es seinen kleinen Anteil dabei beigetragen hat.


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